Vom Laurenziberg zum Kinsky-Garten

Kafka-Denkmal in Prag

Kafka-Denkmal: Auf dem Weg zum Laurenziberg.

Auf den Laurenziberg – auf Tschechisch „Petřín“ – muss man keineswegs unter solch dramatischen Umständen gehen, wie es in Kafkas „Beschreibung eines Kampfes“ ausgeführt ist. Heute reicht eine Fahrkarte für den ÖPNV, um bequem hinauf gefahren zu werden.

Oben befindet sich der berühmte Aussichtsturm, der dem Pariser Eiffelturm nachempfunden wurde, zudem Restaurants, eine Sternwarte und ein Labyrinth. Ein Stück weiter kann man das gigantische Stadion von Strahov ansehen, oder man geht zum gleichnamigen Kloster weiter und setzt seinen Weg über die Burg fort.

Etwas seltener wird der Weg in die andere Richtung gewählt: Durch die Hungermauer und im Kinsky-Garten zurück hinab. Neben der anderen Aussicht bietet dieser Teil den Vorteil, dass hier die Anzahl der Touristen, die bloß Sehenswürdigkeiten abhaken, merklich geringer ist.

Dieser Hang ist nicht nur schön mit den Bäumen und Felsen, er hat auch zwei Besonderheiten zu bieten. Zum einen befindet sich hier ein künstlicher Wasserfall, zum anderen eine kleine, hübsche Holzkirche mit Schindeldach aus der Karpatenukraine.

Kirche des Hl. Erzengels Michael auf dem Laurenziberg

Die orthodoxe Kirche wurde 1793 in Medvedov1 abgebaut, nach Prag gebracht und dort 1929 wieder aufgebaut. Noch heute wirkt sie wie ein Stück eines fremden Landes. Vor allem die roten Blumen vor der Veranda sind ein bezauberndes Detail, das ich sonst bei Gotteshäusern wohl noch nicht gesehen habe.

Die Kirche gehört zwar zum Völkerkundemuseum am Fuß des Abhangs, es scheinen hier aber immer noch rumänische und tschechische Gottesdienste stattzufinden.

 

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  • Christoph Amthor

    Erster länger Aufenthalt in Tschechien im Jahr 1997. Seit 2003 wohnhaft zumeist in Prag, mit Abstecher in die Slowakei. Journalist, dann Mitbegründer einer gemeinnützigen Organisation, Blogger, Software-Entwickler.

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