Der dritte Garten: Eine Entdeckung in Malešice

Jahrelang war ich davon ausgegangen, dass es in Prag nur zwei botanische Gärten gebe: Den Garten der Karlsuniversität im Zentrum der Stadt, und einen weiteren in Troja. Auf den dritten bin ich erst kürzlich gestoßen. Er gehört zu einer Gartenbauschule unterhalb von Malešice.

Botanischer Garten in Malešice, Schildkröte

Sonnenbad am Ufer: Man glaubt ein Lächeln zu erkennen!

Der Garten ist nicht nur landschaftlich sehr schön, sondern auch angenehm ruhig. Der Jahreszeit entsprechend habe ich mich vor allem für das Gewächshaus interessiert, das sich als sehr fotogen erwiesen hat.

Das Gelände gehörte früher zu einem Gehöft. Im Jahr 1920 ließ der Industrielle Jirásko, der das Grundstück um die Jahrhundertwende erworben hatte, von dem bekannten Landschaftsarchitekten František Thomayer in einen Park umgestalten. 1947 zog hier die Gartenbauschule ein.

Die Außenanlage wird von einem Gebäude dominiert, das im Jahr 1889 unter dem Eigentümer Rudolf Egbert seine jetzige Gestalt im Stil der Neorenaissance erhalten hatte. Auch wenn die Villa gewöhnlich als „Schloss“ bezeichnet wird, steht das eigentliche Schloss ein Stück weiter im alten Ortskern von Malešice.

Besonders markant ist der Anblick der alten Gewächshäuser, die sich stufenförmig den oberen Hang hinauf ziehen. Sie wurden um die Wende zum 20. Jahrhundert errichtet und im Jahr 1982 überholt. Heute jedoch nutzt die Schule ein modernes Glashaus, das eine Fläche von 2000 qm aufweist und dessen vorderer Teil zugänglich ist.

Der vordere Teil des neuen Gewächshauses ist der Öffentlichkeit zugänglich. Hier findet sich eine Großzahl kurioser Pflanzen und Blüten – weit mehr als in den anderen botanischen Gärten von Prag. Die Ästhetik des Details schien das ausschlaggebende gestalterische Motiv gewesen zu sein, weniger als die zur Schau gestellte botanische Vielfalt oder eine didaktische Mission. Es gibt weder Wasserfälle noch lauschige Sitzecken. Die Pflanzen erscheinen vielmehr oft wie ein Bild komponiert worden zu sein.

Ich zeige die Fotos unkommentiert als Galerie zum Durchblättern.

 

Nützliche Informationen

Anfahrt

Etwa fünf Minuten zu Fuß (bergauf oder bergab) von den Haltestellen Pod Táborem oder Malešické náměstí. Gegenüber des Haupttors befindet sich zudem ein Parkplatz.

Öffnungszeiten

Werktags von 8 bis 18 Uhr. Das Gewächshaus nur bis 15:30.

Eintritt

Der Eintritt ist frei.

 

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  • Christoph Amthor

    Erster länger Aufenthalt in Tschechien im Jahr 1997. Seit 2003 wohnhaft zumeist in Prag, mit Abstecher in die Slowakei. Journalist, dann Mitbegründer einer gemeinnützigen Organisation, Blogger.

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