Ein Spaziergang über dem Rudolf-Stollen

Eine der bemerkenswertesten Zeugnisse der Prager Vergangenheit ist der Rudolf-Stollen, auf Tschechisch „Rudolfova štola“, benannt nach Kaiser Rudolph II. Er wurde in den Jahren 1581 bis 1593 erbaut, um dem Königlichen Wildgehege, dem heutigen Stromovka-Park („Baumgarten“) Wasser zuzuführen, das dort für Wasserspiele genutzt werden konnte. Die Länge des engen Stollens beträgt rund 1,1 km und überbrückt ein Gefälle von 110 cm.

Der Stollen im Querschnitt

Der Stollen im Querschnitt. Gut zu sehen sind auch die Lüftungsschachte, bzw. die zur Erstellung benutzten vertikalen Zugänge. (Foto: Wikipedia)

 

Nach dem Hochwasser von 2002 ist es nicht mehr so ohne weiteres möglich, im Tunnel zu gehen. Ein paar Bilder vom Innern sind hier zu sehen1. Als Alternative gibt es noch den Weg über den Hügel. Das ist einer der Spaziergänge, die sich auch im Herbst lohnen, vor allem mit der Ankunft im malerischen Park.

Häuschen an der Brücke "Čechův most"

Hier beginnt unsere Tour: Am linken Moldauufer nahe des Tunnelbeginns an der Brücke „Čechův most“ (nördlich des Zentrums). In dem Häuschen soll sich zur Zeit der Ersten Republik eine Turbine befunden haben.

 

Der Eingang zum Rudolf-Stollen

Der Eingang für Wartungsarbeiten. Vom Wasser ist hier nicht viel zu sehen.

 

Blick in den Rudolf-Stollen

Düster, Düster: Der Blick in den Tunnel von der Moldau-Seite her. Ein wenig beengend.

 

 

Blick auf das herbstliche Prag

Wir begeben uns den Anhang hinauf und werfen einen Blick zurück – im guten Gefühl, den Weg oben herum gewählt zu haben.

 

Lüftungsschacht des Rudolf-Stollens

Am südlichen Ende des Letná-Parks, dicht am Biergarten, befindet sich ein Lüftungsschacht des Rudolf-Stollens.

 

 

Gymnasium "Nad Štolou"

Ein Gymnasium mit dem vielsagenden Namen „Nad Štolou“, also: „Über dem Stollen“.

 

Straße "Nad Štolou"

Auch die Straße heißt „Nad Štolou“. Das große Gebäude auf der anderen Seite ist übrigens das tschechische Innenministerium.

 

Kreuzung am "Letenské náměstí"

„Letenské náměstí“, auch als Platz der unendlichen Geduld bekannt. Als die Verkehrsplaner mit der nagelneuen Ampelanlage schon fast fertig waren, fiel ihnen siedend heiß ein, dass es ja auch Fußgänger gibt.

 

"Čechova" Straße

Wohin geht’s weiter? Wir wählen die „Čechova“ Straße.

 

"Čechova" Straße mit Entlüftungs-Türmchen

Und hier findet sich wieder so ein seltsames Türmchen. Die Ventilation einer Tiefgarage oder eines Metro-Tunnels?

 

 

Entlüftung in der "Čechova" Straße

Tief, tief unter uns verläuft der Rudolf-Stollen.

 

"Čechova" Straße - Blick hinab

Der Schacht ist durch einen Korb verdeckt, dessen Tragfähigkeit ich allerdings nicht persönlich ausprobieren möchte. Darunter geht es 30 Meter in die Tiefe.

 

"Čechova" Straße

Wir folgen weiter der Čechova auf den Park zu. Ein Blick zurück.

 

 

"Čechova" Straße über dem Rudolf-Stollen

Die Straße noch einmal vom Ende her gesehen. Auch die Parallelstraßen sind übrigens sehenswert.

 

Stromovka-Park (Baumgarten)

Nun geht es hinab in den Park „Stromovka“ („Baumgarten“).

 

Haus des Wasserverwalters im Stromovka-Park

Das Häuschen am Tunnelende, durch dessen Fenster man das Wasser rauschen hört.

 

Der Ausgang des Rudolf-Stollens.

Der Ausgang des Rudolf-Stollens.

 

Blick in den Rudolf-Stollen.

Der Blick hinein – hier ist nun auch Wasser zu sehen.

 

Teich im Stromovka-Park

Das Wasser mündet ganz still in diesen Teich.

 

Informationstafel über den Rudolf-Stollen

Und hier noch einmal die ganze Geschichte auf Tschechisch.

 

Ich hoffe, dir hat der virtuelle Spaziergang gefallen!

 

Audio-Tour

Dieser Spaziergang ist auch als Audio-Tour bei Voicemap erhältlich.

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  1. Diese Webseiten bieten übrigens auch interessante Bilder von dem Bunker unter dem ehemaligen Stalin-Denkmal und anderen unterirdischen Orten
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  • Christoph Amthor

    Erster länger Aufenthalt in Tschechien im Jahr 1997. Seit 2003 wohnhaft zumeist in Prag, mit Abstecher in die Slowakei. Journalist, dann Mitbegründer einer gemeinnützigen Organisation, Blogger, Software-Entwickler.

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