Ein Blick in Prags Zukunft: Die Metro-Linie D

Logo der Metro DWer einmal in Prag unterwegs war, der kennt die Farben der Ampel als Kennzeichen der drei Metrolinien A, B und C. In sechs Jahren soll noch eine vierte hinzukommen: Die blaue D-Linie. Ob sie allerdings wirklich rechtzeitig fertig wird, ist ungewiss, da die Stadt noch Probleme mit dem Ankauf von Grundstücken hat.

Die blaue Linie wird in Prag vor allem in puncto Technik eine Neuerung darstellen, denn die Zugeinheiten werden fahrerlos verkehren. Zudem werden die Bahnsteigkanten erstmals mit Wänden und automatischen Türen abgesichert sein. Diese Technologie wird in anderen Ländern bereits seit etlichen Jahren eingesetzt.

Streckenverlauf der neuen Metro D in Prag

Die Karte zeigt den Streckenverlauf mit den Anbindungen an die Trasse der Linien A und C.

 

Bahnsteigsperre der Prager Metro-Linie D

Automatische Bahnsteigsperren

Die neue Strecke vom Betriebswerk in Písnice bis nach Pankrác, deren Baubeginn für nächstes Jahr vorgesehen ist, soll vor allem den Prager Süden und von dort aus auch das Umland erschließen. Nach 2022 wird sie bis hinauf zum Náměstí Míru im Stadtteil Vinohrady verlängert, so dass hier erstmals zwei Metrolinien parallel verlaufen. Dadurch soll die überforderte C-Linie entlastet werden. Bis zur Fertigstellung dieser zweiten Etappe wird aber umgekehrt zunächst eine zusätzliche Belastung der C-Linie erwartet.

Bahnsteig der Prager Metro-Linie D

Das Gleis ist vom Bahnsteig durch eine Wand getrennt. Die Türen öffnen sich erst, wenn der Zug gehalten hat.

Auf die Anbindung des Hauptbahnhofs an die neue Linie D will man zunächst verzichten. Der Grund ist offenbar, dass die vom und zum Hauptbahnhof reisenden Fahrgäste in Pankrác umsteigen können. Angedacht ist jedoch, dass die neue Linie in ferner Zukunft einmal auch den Hauptbahnhof anfährt und danach bis zu den Stationen Náměstí Republiky oder Vysočanská weiter geführt wird.

Weitere Pläne

Prag Metro Linie D, Wagen

Fahrerlose Zugeinheit

Die Linie A wird nach derzeitigem Stand nicht, wie zunächst erwogen, bis zum Flughafen verlängert werden. Statt dessen soll die Bahnlinie von Prag nach Kladno eine Abzweigung bekommen. So könnte der Flughafen etwa von den Haltestellen Hradčanská oder Vltavská oder dem Kopfbahnhof Masarykovo nádraží aus erreicht werden.

Bislang müssen Fahrgäste an der Station Nádraží Veleslavín in den Bus umsteigen. An dieser Station wurde kurioserweise der Aufzug vergessen, so dass bis zu dessen Fertigstellung an der letzten Treppe kostenlose Kofferträger im Einsatz sind.

Es gab daneben auch mal Überlegungen, eine Ringlinie mit der Bezeichnung E zu bauen. Dieser Plan wird aber momentan nicht mehr ernsthaft erwogen.

 

Quelle der Bilder und der Karte

Logo

Christoph Amthor

Erster länger Aufenthalt in Tschechien in 1997. Seitdem zumeist wohnhaft in Prag, mit Abstecher in die Slowakei. Journalist, dann Mitbegründer einer gemeinnützigen Organisation, Blogger.

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