Die Neue Synagoge in Prag-Libeň

An dem Verkehrsknotenpunkt Palmovka steht ein wenig vereinzelt ein Gebäude, das sich unschwer als Synagoge erkennen lässt. Es wird nicht mehr als Gotteshaus benutzt, aber zuweilen hat man die Möglichkeit, sich mit einer Ausstellung auch den Innenraum anzusehen.

In meinem Fall war es die Ausstellung „Gesichter“ von Pavel Mára.

Der Grundstein dieser „Neuen Synagoge“ wurde am 23. November 1846 gelegt. Dieses Gebäude ersetzte eine frühere Synagoge, die etwa 150 m entfernt auf hochwassergefährdetem Grund gestanden war. Von diesem Vorläufer ist nichts mehr zu sehen.

In dem Stadtteil Prag-Libeň gab es eine eigene jüdische Gemeinde. Im Jahr 1744 waren alle Juden per Edikt aus Prag ausgewiesen worden1 und blieben vorübergehend hier vor den Toren der Stadt. Schließlich wurden sie doch für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt gebraucht und wieder zurück geholt. Viele Familien blieben jedoch hier. Eine Folge dessen war auch ein jüdischer Friedhof, der allerdings später aufgelöst wurde und auf dem es keine materiellen Zeugnisse mehr gibt. Das Gelände liegt etwa 100 Meter von der Kreuzung der Straßenbahnlinien entfernt. Man sieht es, wenn man von der Haltestelle in Richtung Brücke schräg über die Straße blickt.

Natürlich konnte ich auch nicht umhin, mir ebenfalls den dortigen ehemaligen Unteren Bahnhof Libeň anzusehen, der ebenfalls direkt dort liegt.

Auf der Karte sind die Gebiete besser in der Satellitenfotodarstellung zu sehen.

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  1. Offenbar als „Strafe“ für deren Sympathie mit den Preußen.
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  • Christoph Amthor

    Erster länger Aufenthalt in Tschechien im Jahr 1997. Seit 2003 wohnhaft zumeist in Prag, mit Abstecher in die Slowakei. Journalist, dann Mitbegründer einer gemeinnützigen Organisation, Blogger, Software-Entwickler.

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