10 Tipps für einen Regentag in Prag

Glasfassade in PragVerregnete Sommertage in Prag können zunächst einmal die Unternehmungslust gehörig dämpfen. Dass der Tag jedoch mit den paar Tropfen noch nicht gelaufen ist, sollen die folgenden Vorschläge zeigen.

1. Das richtige Wetter für die Kunstgalerie

DOX - Familie, bereit zur Abreise

Im DOX

Der Besuch von Museen und Galerien macht entschieden mehr Spaß, wenn es regnet. Wenn man weiß, dass draußen ein nicht enden wollender Dauerregen niedergeht, dann hat man auch genug Zeit, um zehn Minuten grübelnd vor einer modernen Plastik zu verbringen.

In Prag lohnen sich etwa das Museum Kampa und die Meetfactory. Die Nationalgalerie im Messepalast und das DOX sind zudem architektonische Leckerbissen.

2. Die Zeit im Café verträumen

Cafe Periferie

Cafe Periferie

Was gibt es Schöneres bei Dauerregen als im Café zu sitzen, träge durch die Scheiben zu blicken, an denen das Wasser herab rinnt, und die Passanten zu beobachten, die hilflos durch die Nässe eilen und aufpassen müssen, nicht von vorbeifahrenden Autos vollgespritzt zu werden!

Wem die Beobachtung der Leute drinnen und draußen nicht reicht, der kann sich etwas zu Lesen mitbringen. Die meisten Cafés in Prag bieten daneben kostenloses W-LAN („Wifi“) an.

3. Stadtbesichtigung per Straßenbahn

Außerhalb der Stoßzeiten und vor allem an Wochenenden ist die Straßenbahn das beste Mittel für eine geruhsame Stadtbesichtigung. Meine persönlichen Empfehlungen:

  • Prag, Unterer HirschgrabenDie Linie 17 fährt von Prags Norden bis ganz in den Süden der Stadt. Die Strecke beinhaltet einen Berganstieg nördlich der Moldau und eine Fahrt durch die Innenstadt und entlang des Flusses. Von der Brücke „Čechův most“ und beim Nationaltheater hat man einen herrlichen Blick auf den Hradschin und später dann auf den Vyšehrad. Die Linie endet in einer Art südlichem Flair, das einen sicher das Sauwetter vergessen lässt.
  • Die Linie 22 dagegen fährt in Ost-West-Richtung. Sie kommt vom Weißen Berg, passiert die beiden namhaften Klöster Břevnov und Strahov, umfährt die Burg, um dann in einer Serpentine zur Kleinseite hinabzusteigen, mit einem sagenhaften Blick auf die Stadt. Es geht dann mitten durch das Zentrum und hinter dem Karlsplatz ein hübsches Stück nach Vršovice hinab und weiter nach Hostivář.
  • Die Linie 91 ist eine historische Straßenbahn, und sie verkehrt nicht im Winter. Dieser Oldtimer fährt durch das Zentrum und hält an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten.

Wer es bei dem Wetter nicht einmal aus dem Haus schafft, der muss dennoch nicht auf die Tour verzichten. Durch Prag fährt nämlich kreuz und quer eine Schmierstraßenbahn mit Live-Übertragung.

4. Kinobesuch in der Vergangenheit

Der fliegende FerdinandDas Kino ist die klassische Schlechtwetterbeschäftigung und darf natürlich auch hier nicht unerwähnt bleiben. Prag hat einige moderne Multiplex-Kinos, die meisten davon in den größeren Einkaufszentren. Um einen großen Kinosaal zu sehen, muss man aber nicht nach Prag reisen. Hier gibt es traditionelle Programmkinos wie das Světozor, dessen Gebäude allein schon sehenswert ist. Daneben empfehlen sich Bio Oko, Aero und Atlas.

Viele Filme werden in Originalsprache mit Untertiteln gezeigt. Und wenn gerade alles auf Tschechisch ist, vielleicht läuft ja ein bekannter Film von früher. Wie etwa wäre es, einmal den Fliegenden Ferdinand im Original anzusehen?

Zur Not tut es aber auch ein Film, bei dem die Sprache gar keine Rolle spielt, weil man ihn selbst mit Tschechischkenntnissen nicht verstehen würde.1

5. Unter Palmen dem Wetter trotzen

Botanischer Garten der Karlsuniversitaet Prag - 2Wem es in Prag zu kühl ist, der muss nicht gleich abreisen. Im Dschungel oder zwischen Sukkulenten findet man schnell wieder zu seiner Höchstform. Der Botanische Garten der Karlsuniversität etwa ist nicht weit vom Zentrum entfernt. Hier lässt sich gut unter Palmen entspannen, während über einem der Regen auf das Glasdach prasselt.

6. Ein Bier gegen trübe Laune

Bier mit PorzellanuntersetzerBier ist in Prag bei jedem Wetter möglich, warum also nicht auch bei Regen, zumal es in tschechischen Restaurants billiger zu sein pflegt als die selbe Menge Wasser. Viele Biergärten und Freisitze auf Gehwegen können bei Regen abgedeckt werden. Beim Bier im Trockenen zu sitzen, während ein paar Meter entfernt der Regen niederprasselt, hat etwas für sich.

Ich empfehle, einmal die großen Standardmarken sein zu lassen und eine der vielen Mikro-Brauereien zu versuchen. Die meisten schenken gleich vor Ort aus. Die Zahl der Brauereigasthöfe in Prag wächst ständig, und so findet man sicher für jedes Wetter das passende Bier.

Prag hat daneben viele sonderbare Kneipen zu bieten, so etwa eine, wo die Pissoirs mit Kopfstützen ausgerüstet sind.

7. Jetzt erst recht hinaus!

Šárecký potok

Talweg am Bach entlang

Warum eigentlich vor dem Regen davonlaufen? Oft stört er ja nur, wenn er einem die Pläne durchkreuzt und wenn man falsch angezogen ist. Mit ein wenig Kampfgeist lässt sich aus jedem Wetter etwas machen, und das besonders draußen in der Natur.

In Prag bietet sich etwa die Wilde Šárka an: Ein weitläufiges Landschaftsschutzgebiet im Nordwesten der Stadt, das mit steilen Felsen und einem Wildbach aufwarten kann. Mit dem Wasser unten und von oben wird das Naturerlebnis nur umso authentischer.

Die Wilde Šárka hat noch einen Pluspunkt: Die Wege durch die Schlucht sind gut genug befestigt, dass man sich über das Wetter keine Gedanken zu machen braucht.

8. Die Flucht in den Untergrund

Atombunker Parukarka

Quelle: Wikipedia

Prag ist gesegnet mit einer Fülle von unterirdischen Anlagen: Metrotunnel, Fahrradtunnel, Fußgängertunnel, Atombunker und Weinkeller, um nur die wichtigsten zu nennen. Einige Bunker sind als Kneipen oder für Besichtigungen zugänglich.

Ein besonderes Erlebnis ist auch der Gang durch die ehemaligen Kanäle des Klärwerkmuseums, wo sich das Ende des Regens auch im dortigen Café abwarten lässt.

Der tschechische Tunnel zum Mittelmeer hat es ja leider nicht über die Planungsphase hinaus geschafft, sonst wäre das natürlich auch eine Möglichkeit, um dem schlechten Wetter zu entkommen.

9. Böhmische Dörfer

Mělník

Mělník

Statt daheim oder im Hotel herumzuhängen, lohnt sich der Blick über den Prager Tellerrand. Viele kleine Städtchen sind nur rund eine Stunde entfernt, so etwa Kutná Hora (Kuttenberg), Mělník, Liberec (Reichenberg) oder Rakovník. Das Wetter dürfte zwar dort ähnlich sein wie in Prag, aber wenn man schon mit dem Regenschirm herumlaufen muss, dann kann man auch mal etwas Neues sehen.

Übrigens ist auch Mähren gut in einer Tagesfahrt zu schaffen, und nicht selten ist dort das Wetter völlig anders als in Mittelböhmen. Tschechien ist mit preiswerten und schnellen Fernbussen und privaten Bahnlinien ausgestattet, die ihre westeuropäische Konkurrenz in puncto Service und Luxus locker in den Schatten stellen.

10. Die beste Gelegenheit für andere Fotos

Klamovka-Park

„Klamovka“, aufgenommen mit dem Handy

Wer im Internet nach Bildern von Prag sucht, der findet zumeist immer die selbe Art von sonnigen Urlaubsfotos. Dabei kann eine Großstadt im Regen und bei dunstigem Wetter optisch sehr viel reizvoller sein. Warum sich also nicht einmal die Kamera schnappen und versuchen, schöne Fotos bei schlechtem Wetter zu machen?

Als Motive kommen nicht nur die touristischen Highlights in Frage, sondern auch alle möglichen Details, Gebäude und Parks, und fotografieren lässt sich natürlich auch bei Nacht.

 

Eine Vielzahl an weiteren Tipps für Prag findet sich in dem Artikel über Klassenfahrten.

Noch keine Unterkunft in Prag?

Die Auswahl ist gerade in Prag sehr weit gefächert. Hier findet man Hotels, Pensionen und Herbergen sogar last minute, mit Bestpreisgarantie und oft mit kostenloser Stornierung. Also am besten schon mal buchen!

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  1. In Polen sagt man sogar „Czeski film“ wenn etwas sehr verworren ist.
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  • Christoph Amthor

    Erster länger Aufenthalt in Tschechien in 1997. Seitdem zumeist wohnhaft in Prag, mit Abstecher in die Slowakei. Journalist, dann Mitbegründer einer gemeinnützigen Organisation, Blogger.

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